UTM-Parameter und gclid in Formularen speichern
Ein Besucher kommt über eine Anzeige, klickt drei Seiten weiter und schickt dann das Formular ab. Die UTM-Parameter sind dann längst aus der Adresse verschwunden. So bleiben sie erhalten.

UTM-Parameter in Formularen speicherst du, indem ein kleines Skript die Parameter und Klick-IDs wie gclid beim ersten Seitenaufruf ausliest, im Browser festhält und beim Absenden in versteckte Formularfelder schreibt. So steht in jeder Anfrage, über welche Kampagne der Besucher kam, auch wenn er vorher drei Seiten weitergeklickt hat.
Was sind UTM-Parameter und Klick-IDs?
UTM-Parameter sind Zusätze an einer Adresse, mit denen du benennst, woher ein Besucher kommt. Sie stehen hinter einem Fragezeichen, etwa beispiel.de/angebot?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=herbst. Google Analytics 4 (GA4) liest sie aus und ordnet den Besuch der Quelle zu. Laut Google-Hilfe unterscheiden die Werte Groß- und Kleinschreibung: utm_source=google und utm_source=Google sind zwei verschiedene Quellen.
| Parameter | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| utm_source | Quelle des Besuchs | google, newsletter, linkedin |
| utm_medium | Art des Kanals | cpc, email, social |
| utm_campaign | Name der Kampagne | herbstaktion |
| utm_term | Suchbegriff oder Zielgruppe | heizung-wartung |
| utm_content | Variante der Anzeige oder des Links | banner-blau |
Klick-IDs sind Kennungen, die Werbeplattformen selbst an die Adresse hängen. Google Ads setzt mit der automatischen Tag-Kennzeichnung die gclid, auf Apple-Geräten teils gbraid oder wbraid. Meta hängt fbclid an, Microsoft Ads msclkid, TikTok ttclid und LinkedIn li_fat_id. Eine Klick-ID verweist auf genau einen Anzeigenklick. Das ist wichtig, wenn du später Verkäufe aus dem CRM als Offline-Conversions an Google Ads oder Meta zurückmelden willst.
Wo geht die Herkunft verloren?
UTM-Parameter und Klick-IDs stehen nur in der Adresse der ersten Seite. Klickt der Besucher weiter, sind sie weg. Das Formular auf der Kontaktseite weiß nicht mehr, dass der Besuch mit einer Anzeige begonnen hat. GA4 kennt die Quelle zwar über sein eigenes Cookie, aber in der Anfrage, die in deinem Postfach oder CRM landet, steht keine Kampagne. Genau dort brauchst du sie, wenn du wissen willst, welche Kampagne Aufträge bringt und nicht nur Besucher.
Ein Beispiel: Ein Handwerksbetrieb schaltet Anzeigen für Heizungswartung und für Badsanierung. Beide führen auf die Startseite, von dort klicken Interessenten zu Leistungen und Referenzen und schicken am Ende das Kontaktformular ab. Ohne gespeicherte Parameter sieht der Betrieb im Postfach nur Anfragen, aber nicht, welche Anzeige sie ausgelöst hat. Mit gespeicherten Parametern steht in jeder Mail utm_campaign=badsanierung oder eine gclid.
Passend dazu: Lead-Management: Website-Anfragen mit Herkunft ins CRM
Wie speicherst du UTM-Parameter im Formular?
Die Lösung besteht aus zwei Teilen: einem Skript, das die Werte beim Einstieg merkt, und versteckten Feldern im Formular, in die es die Werte schreibt. Das Skript läuft am einfachsten über den Google Tag Manager, damit es an die Einwilligung gebunden werden kann. So gehst du vor:
- Im Formular versteckte Felder für utm_source, utm_medium, utm_campaign, utm_term, utm_content und die Klick-IDs anlegen.
- Ein Skript einbinden, das die Werte beim Einstieg ausliest und speichert.
- Festlegen, dass direkte Aufrufe und interne Klicks gespeicherte Werte nicht überschreiben.
- Beim Absenden die gespeicherten Werte in die versteckten Felder schreiben.
- Eine Testanfrage mit einer Adresse samt UTM-Parametern schicken und die Mail oder den CRM-Eintrag prüfen.
Speichere auch die Einstiegsseite und die Herkunft ohne Parameter, zum Beispiel den Einstieg aus der Google-Suche. Sonst bleiben alle Anfragen aus organischer Suche ohne Quelle, weil dort keine UTM-Parameter in der Adresse stehen. Wie lange die Werte gespeichert bleiben, legst du im Skript fest. Üblich sind 90 Tage, weil Google Ads einen Klick höchstens so lange einer Conversion zuordnet. Beachte, dass Safari mit Intelligent Tracking Prevention (ITP) per JavaScript gesetzte Cookies auf 7 Tage begrenzt. Kommt ein Besucher dort erst nach mehr als einer Woche zurück, kann der gespeicherte Wert fehlen. Das ist kein Fehler deiner Einrichtung, sondern eine Grenze des Browsers.
Erster und letzter Kontakt
Viele Kunden kommen mehrmals, bevor sie anfragen: zuerst über eine Anzeige, Wochen später über die Suche. Halte deshalb den ersten und den letzten Kontakt getrennt fest, etwa in den Feldern first_utm_source für den ersten und utm_source für den letzten. So siehst du, welche Kampagne den Kontakt angestoßen hat und welche ihn abgeschlossen hat. Für Agenturen mit Kundenkonten ist das oft der wichtigste Wert, weil Anzeigen zur Bekanntheit sonst nie eine Anfrage zugeschrieben bekommen.
Warum keine UTM-Parameter an interne Links?
UTM-Parameter gehören nur an Links von außen: in Anzeigen, Newsletter, Beiträge in sozialen Netzwerken. Hängst du sie an Links innerhalb deiner eigenen Website, überschreibt GA4 die echte Herkunft mit der internen Kampagne. Eine Anfrage, die mit einer Anzeige in Google Ads begann, erscheint dann als Klick auf deinen eigenen Banner. Für interne Auswertungen nutzt du besser Ereignisse in GA4, etwa einen Klick auf einen bestimmten Knopf.
Was fängst du mit den gespeicherten Kampagnen-Daten an?
Gespeicherte Kampagnen-Daten sind dann wertvoll, wenn du sie auswertest. Der einfachste Schritt ist eine Liste aller Anfragen eines Monats mit Quelle und Kampagne. Schon daran siehst du, welche Kampagnen Anfragen bringen und welche nur Klicks. Steht in deinem CRM zusätzlich, welche Anfragen zu Aufträgen wurden, kannst du Umsatz je Kampagne ausrechnen und Budgets nach Ergebnis verteilen statt nach Bauchgefühl.
Der zweite Schritt sind Offline-Conversions. Steht die gclid in der Anfrage, kann dein CRM einen gewonnenen Auftrag später an Google Ads zurückmelden. Mit fbclid, aus der Meta den Wert fbc bildet, geht das auch an Meta. Die Werbeplattformen lernen dann, welche Klicks zu Umsatz führen, und nicht nur, welche ein Formular auslösen. Für einen B2B-Dienstleister mit langen Entscheidungswegen ist das oft der größte Hebel. Voraussetzung ist, dass die Klick-ID wirklich in jeder Anfrage ankommt. Prüfe deshalb regelmäßig, ob bei Anfragen aus Anzeigen die Felder gefüllt sind.
Datenschutz und typische Fehler
Das Speichern von Kampagnen-Daten im Browser dient der Werbemessung. Binde das Skript deshalb an die Marketing-Einwilligung im Cookie-Banner: Ohne Zustimmung speichert es nichts, und die versteckten Felder bleiben leer. Nenne die Speicherung in deiner Datenschutzerklärung. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Die häufigsten Fehler erkennst du an leeren Feldern in echten Anfragen. Oft passen die Feldnamen im Formular nicht zu dem, was das Skript befüllt. Manchmal lädt das Formular in einem iFrame einer fremden Domain, die das Skript nicht erreicht. Oder ein Seiten-Cache liefert ein Formular mit Werten eines früheren Besuchers aus. Uneinheitliche Schreibweisen wie Google und google zerlegen eine Quelle in zwei. Prüfe deshalb nach jeder Änderung am Formular eine Testanfrage.
Kampagnen-Daten in Formularen als fertige Lösung
Trackum richtet die Kampagnen-Daten in Formularen als Extra für einmalig 50 € zzgl. MwSt. ein. UTM-Parameter und Klick-IDs von Google, Meta, Microsoft, TikTok und LinkedIn bleiben beim Weiterklicken erhalten und stehen in jeder Anfrage, mit erstem und letztem Kontakt getrennt und erst nach der Marketing-Einwilligung. Mit dem Extra „Anfragen ins CRM“, ebenfalls 50 €, landet jede Anfrage samt Herkunft direkt in HubSpot, Pipedrive, Brevo, Salesforce oder über Zapier, Make und n8n.
Häufige Fragen
Wie lange sollten UTM-Parameter gespeichert werden?
Ein üblicher Wert sind 90 Tage. Das entspricht dem längsten Conversion-Zeitraum für Klicks in Google Ads, bis zu dem sich eine Anfrage noch einem Anzeigenklick zuordnen lässt. Kürzere Zeiträume verlieren Kunden, die länger überlegen.
Welche versteckten Felder muss ich im Formular anlegen?
Üblich sind Felder für utm_source, utm_medium, utm_campaign, utm_term und utm_content sowie für die Klick-IDs gclid, fbclid und msclkid. Die Feldnamen müssen genau zu dem passen, was das Skript befüllt. Werden Anfragen direkt ins CRM übertragen, können die Werte auch ohne sichtbare Formularfelder mitgeschickt werden.
Funktioniert das mit jedem Formular-Plugin?
Mit den meisten, denn gängige Formular-Plugins für WordPress und viele Baukästen unterstützen versteckte Felder. Schwierig wird es bei Formularen, die in einem iFrame von einer fremden Domain geladen werden. Dort kann das Skript die Felder oft nicht erreichen, und du brauchst eine Lösung des Formular-Anbieters.
Was ist der Unterschied zwischen UTM-Parametern und gclid?
UTM-Parameter setzt du selbst in deine Links, um Quelle, Medium und Kampagne zu benennen. Die gclid hängt Google Ads mit der automatischen Tag-Kennzeichnung selbst an und verweist auf genau einen Anzeigenklick. Für Offline-Conversions an Google Ads brauchst du die gclid, für Auswertungen nach Kampagne reichen UTM-Parameter.
Quellen
- Google Analytics-Hilfe: Kampagnendaten mit benutzerdefinierten URLs erfassen support.google.com
- Google Ads-Hilfe: Automatische Tag-Kennzeichnung support.google.com
- Google Analytics: Campaign URL Builder ga-dev-tools.google
- Meta for Developers: Parameter fbp und fbc developers.facebook.com
Weiterlesen
FunktionenMarketing-Wochenbericht: Vorlage und automatischer Versand
Besucher, Anfragen, Verkäufe, Werbekosten und ROAS je Kampagne auf einer Seite, jeden Montag im Postfach. So baust du den Wochenbericht und vermeidest die typischen Fehler.
FunktionenMeta CAPI einrichten: Wege, Deduplizierung, Einwilligung
Die Meta Conversions API sendet Anfragen und Käufe zusätzlich zum Pixel vom Server an Meta. So richtest du sie ein, ohne doppelt zu zählen und ohne die Einwilligung zu übergehen.
Google Analytics einrichten lassen: Ablauf bis zum Livegang
Von der Anfrage bis zum fertigen Tracking: welche Schritte es gibt, was du vorbereiten solltest und woran du erkennst, dass die Einrichtung sauber getestet wurde.
Conversion-Tracking-Fehler beheben: selbst oder reparieren lassen
Doppelter Container, Tags vor der Einwilligung, falsche IDs: So findest und behebst du typische Fehler im Tracking, und so läuft eine Reparatur zum Festpreis.
Tracking-Monitoring: so bleibt dein Tracking dauerhaft intakt
Tracking fällt selten laut aus. Ein Plugin-Update genügt, und Google Analytics zählt keine Anfragen mehr. So überwachst du dein Tracking jede Woche, selbst oder automatisch.
FunktionenLead-Management: Website-Anfragen mit Herkunft ins CRM
Woher kam der Interessent? Die CRM-Übergabe schreibt Quelle, Kampagne und Klick-Kennung zu jeder Anfrage ins CRM, ohne Formular-Plugin und nur mit Einwilligung.