Consent Mode Modeling: wie Google fehlende Daten schätzt
Wenn Besucher die Einwilligung ablehnen, fehlen Daten. Google versucht, diese Lücke mit Modellen zu schließen. So funktioniert die Modellierung und was sie für deine Zahlen heißt.

Consent Mode Modeling ist das Verfahren, mit dem Google Daten schätzt, die fehlen, weil Besucher im Cookie-Banner keine Einwilligung gegeben haben. Google beobachtet, wie sich Besucher mit Einwilligung verhalten, und überträgt dieses Muster auf die Besucher ohne Einwilligung. In Google Analytics 4 heißt das Verhaltensmodellierung, in Google Ads Conversion-Modellierung. Das Ergebnis sind modellierte Zahlen, die in deinen Berichten mit den gemessenen zusammenfließen. Sie schließen Lücken, ersetzen aber keine echte Messung.
Warum fehlen Daten und was hat Consent Mode damit zu tun?
Wer in der EU Tracking einsetzt, braucht für Analyse und Werbung in der Regel eine Einwilligung nach § 25 TDDDG und der DSGVO. Ein Teil der Besucher lehnt ab. Für diese Besucher dürfen keine Analyse- und Werbe-Cookies gesetzt werden, und Google Analytics 4 sowie Google Ads sehen sie ohne weitere Maßnahmen gar nicht. Die Folge: weniger Sitzungen, weniger Conversions, schlechter lernende Kampagnen.
Der Google Consent Mode ist die Schnittstelle zwischen Cookie-Banner und Google-Tags. Er übergibt den Einwilligungsstatus an die Tags, in Version 2 mit den Signalen ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization. Die Tags passen ihr Verhalten daran an. Auf Grundlage dieser Signale kann Google erkennen, wie groß die Lücke ist, und sie mit Modellen füllen.
Basis- und erweiterter Modus im Vergleich
Den Consent Mode gibt es in zwei Varianten, dem Basismodus und dem erweiterten Modus. Im Basismodus werden Google-Tags erst geladen, wenn der Besucher zugestimmt hat. Lehnt er ab, geht nichts an Google. Google weiß dann nur aus den Daten der zustimmenden Besucher, dass es eine Lücke gibt, kennt aber deren Größe auf deiner Seite nicht genau.
Im erweiterten Modus werden die Tags sofort geladen, starten aber mit dem Standardstatus abgelehnt, den du für Besucher aus der EU setzt. Ohne Einwilligung setzen sie keine Cookies und senden nur cookielose Signale, sogenannte Pings. Diese enthalten zum Beispiel Informationen darüber, dass eine Seite aufgerufen oder eine Conversion ausgelöst wurde, aber keine Kennung, die einen Besucher über mehrere Seiten wiedererkennt. Mit diesen Pings erstellt Google Ads laut Google-Hilfe ein Modell speziell für dein Konto statt eines allgemeinen Modells.
| Merkmal | Basismodus | Erweiterter Modus |
|---|---|---|
| Laden der Google-Tags | Erst nach Zustimmung | Sofort, mit Standardstatus abgelehnt |
| Daten ohne Zustimmung | Keine | Cookielose Pings |
| Verhaltensmodellierung in GA4 | Nicht möglich | Möglich, wenn genug Daten vorliegen |
| Conversion-Modellierung in Google Ads | Allgemeines Modell | Modell speziell für dein Konto |
| Datenschutz | Keine Übermittlung ohne Zustimmung | Pings ohne Zustimmung, rechtlich umstritten |
Der erweiterte Modus sendet auch ohne Einwilligung Daten an Google, wenn auch ohne Cookies. Ob das zulässig ist, wird unterschiedlich bewertet. Kläre die Wahl des Modus mit deiner Datenschutzberatung und beschreibe ihn in der Datenschutzerklärung. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
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Verhaltensmodellierung in GA4
In GA4 schätzt die Verhaltensmodellierung, wie viele Nutzer und Sitzungen es ohne Einwilligung gab und wie sie sich verhalten haben. Damit sie überhaupt greift, braucht die Property genug Daten, und zwar sowohl von Besuchern mit als auch ohne Einwilligung, über einen längeren Zeitraum. Google nennt dafür in der Analytics-Hilfe Mindestmengen an Ereignissen und Nutzern. Kleine Websites mit wenigen Besuchern erreichen diese oft nicht, dann bleibt es bei den beobachteten Daten.
Ob modellierte Daten in deinen Berichten erscheinen, hängt von der Berichtsidentität ab, die du in den Einstellungen der Property wählst. Bei der Option Gemischt fließen modellierte Daten ein, bei Beobachtet nur die gemessenen. Ob deine Property für die Modellierung infrage kommt, zeigt GA4 in diesen Einstellungen an. Im Export nach BigQuery sind nur beobachtete Daten enthalten, keine modellierten. Wer Zahlen aus GA4 und BigQuery vergleicht, sieht deshalb Unterschiede.
Wichtig ist auch, was die Verhaltensmodellierung nicht leistet. Sie schätzt Mengen, also wie viele Nutzer, Sitzungen oder Conversions es ungefähr gab. Sie stellt keine einzelnen Besuche wieder her. Wer ohne Einwilligung auf deiner Seite war, taucht nicht in Zielgruppen für Remarketing auf, und sein Weg über mehrere Seiten bleibt unbekannt. Auch die Qualität der Schätzung hängt von deinen Daten ab. Stimmen nur wenige Besucher zu, hat das Modell wenig Grundlage. Ein verständliches Cookie-Banner, das klar erklärt, wofür die Einwilligung gebraucht wird, bleibt deshalb wichtig. Die Modellierung ist eine Ergänzung für die Lücken, nicht der Ersatz für eine saubere Einwilligung.
Conversion-Modellierung in Google Ads
Google Ads modelliert Conversions, die ohne Einwilligung nicht direkt einem Klick zugeordnet werden können. Die modellierten Conversions sind in der normalen Spalte Conversions enthalten und werden nicht einzeln markiert. Das hat Folgen für die Gebotsstrategien, denn sie lernen mit den gemeldeten und den geschätzten Conversions zusammen. Ohne Modellierung könnten sie die Wirkung deiner Kampagnen unterschätzen und Gebote senken. Laut Google-Hilfe kann Google Ads nach mindestens sieben vollen Tagen außerdem anzeigen, wie stark die Modellierung die Conversions erhöht, sofern genug Daten vorliegen.
Ein Beispiel: Ein kleiner Onlineshop für Fahrradzubehör stellt vom Basismodus auf den erweiterten Modus um. In den Wochen danach zeigt Google Ads etwas mehr Conversions als vorher, obwohl die Bestellungen im Shop gleich bleiben. Das ist kein Fehler, sondern der Effekt der genaueren Modellierung. Wichtig ist, diese Änderung bei Vergleichen mit früheren Zeiträumen zu berücksichtigen. Notiere dir das Datum der Umstellung, am besten als Anmerkung in GA4 und in deinen Unterlagen, damit du später nicht eine Verbesserung der Kampagnen vermutest, wo nur die Messung genauer geworden ist.
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Consent Mode Modeling: was modellierte Daten für Berichte heißen
Modellierte Daten aus dem Consent Mode Modeling sind Schätzungen. Sie sind für Trends und für die Steuerung von Kampagnen hilfreich, aber nicht für die genaue Buchhaltung. Die Zahl der Käufe im Shop-System oder der Anfragen im CRM bleibt die verlässliche Quelle. Nutze GA4 und Google Ads für Vergleiche zwischen Kanälen und Zeiträumen, nicht als Ersatz für deine Umsatzzahlen.
Die Modellierung funktioniert in beiden Systemen nur, wenn der Consent Mode technisch richtig eingerichtet ist. Wird der Standardstatus zu spät gesetzt oder fehlt ein Signal, kann Google die Lücke nicht erkennen. Diese Fehler sieht man den Berichten nicht an. Bei einem Handwerksbetrieb fiel erst nach Monaten auf, dass das Cookie-Banner die Zustimmung zwar speicherte, aber kein Update an den Consent Mode schickte. Die Tags blieben im Status abgelehnt, auch bei Besuchern, die zugestimmt hatten.
- Standardstatus wird erst nach dem Laden der Google-Tags gesetzt
- Cookie-Banner sendet nach der Zustimmung kein Update an den Consent Mode
- ad_user_data und ad_personalization fehlen, nur die alten Signale sind gesetzt
- Tags im Google Tag Manager blockieren zusätzlich per Auslöser und verhindern Pings
Die Einrichtung des Consent Mode prüfst du im Vorschaumodus des Google Tag Managers. Im Reiter für die Einwilligung siehst du den Standardstatus beim Laden und die Änderung nach dem Klick im Cookie-Banner. Mach den Test einmal mit Zustimmung und einmal mit Ablehnung. Im Netzwerk-Bereich der Entwicklerwerkzeuge erkennst du an den Anfragen an Google, ob der Einwilligungsstatus mitgeschickt wird.
Wie stellst du sicher, dass die Modellierung greifen kann?
Damit die Modellierung überhaupt greifen kann, muss der Consent Mode v2 sauber laufen. Trackum richtet ihn bei der Einrichtung für 150 € zusammen mit Google Tag Manager und GA4 ein und testet alles mit und ohne Einwilligung, bevor es live geht. Ist schon etwas eingerichtet, prüft beim Gratis-Check von Trackum ein echter Browser deine Seite dreimal und zeigt Befunde mit Festpreis zum Beheben. Alle Preise zzgl. MwSt.
Häufige Fragen
Was ist Consent Mode Modeling?
Consent Mode Modeling bezeichnet die Schätzung von Daten, die durch abgelehnte Einwilligungen fehlen. Google nutzt dafür das beobachtete Verhalten von Besuchern mit Einwilligung und überträgt es auf Besucher ohne Einwilligung. In GA4 heißt das Verhaltensmodellierung, in Google Ads Conversion-Modellierung.
Brauche ich den erweiterten Modus für die Modellierung?
Für die Verhaltensmodellierung in GA4 ist der erweiterte Modus nötig, weil Google dafür die cookielosen Signale der Besucher ohne Einwilligung braucht. Google Ads modelliert auch im Basismodus, allerdings mit einem allgemeinen Modell statt eines Modells speziell für dein Konto.
Wie erkenne ich modellierte Conversions in Google Ads?
Modellierte Conversions sind in Google Ads in der Spalte Conversions enthalten und werden dort nicht einzeln gekennzeichnet. Liegen genug Daten vor, zeigt Google Ads nach mindestens sieben vollen Tagen an, um wie viel die Modellierung die Conversions erhöht.
Ist der erweiterte Modus datenschutzrechtlich zulässig?
Das ist umstritten, weil auch ohne Einwilligung Signale an Google gehen, wenn auch ohne Cookies. Ob das in deinem Fall vertretbar ist, solltest du mit deiner Datenschutzberatung klären. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Quellen
- Google Analytics-Hilfe: Verhaltensmodellierung für den Einwilligungsmodus support.google.com
- Google Analytics-Hilfe: Identität für die Berichterstellung support.google.com
- Google Ads-Hilfe: Einwilligungsmodus support.google.com
- Google Ads-Hilfe: Modellierung für den Einwilligungsmodus support.google.com
- Google for Developers: Consent mode overview developers.google.com
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