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Consent Mode v2: Basic oder Advanced?

Basic lädt Google-Tags erst nach Zustimmung, Advanced sendet ohne Zustimmung cookielose Signale. Hier siehst du, was das technisch bedeutet und worauf es bei der Wahl ankommt.

Wissen · 3. November 2026 · 5 Min. Lesezeit

Foto: Jens Lelie auf Unsplash

Der Unterschied in einem Satz

Beim Consent Mode v2 entscheidest du, was Google bekommt, wenn ein Besucher im Cookie-Banner nicht zustimmt. Bei Basic: nichts. Bei Advanced: cookielose Signale, aus denen Google fehlende Daten modelliert. Alles andere in diesem Artikel folgt aus dieser einen Weichenstellung.

Vorab zur Einordnung: Der Consent Mode ist kein Cookie-Banner und ersetzt auch keines. Er ist eine Schicht zwischen deinem Banner und den Google-Tags. Das Banner erfasst die Entscheidung des Besuchers, der Consent Mode gibt sie an die Tags weiter, und die Tags verhalten sich entsprechend. Ob Basic oder Advanced, hängt davon ab, wann die Tags geladen werden und was sie vor einer Zustimmung tun dürfen.

Basic: ohne Zustimmung keine Verbindung zu Google

Im Basic-Modus werden die Google-Tags erst geladen, nachdem der Besucher im Banner zugestimmt hat. Vorher findet keine Übertragung an Google statt: kein Seitenaufruf, kein Ereignis, kein Signal. Das ist leicht zu erklären, leicht zu prüfen und leicht in der Datenschutzerklärung zu beschreiben.

Der Preis dafür ist eine Datenlücke. Für Besucher, die ablehnen oder das Banner ignorieren, hast du weder in GA4 noch in Google Ads Messdaten. Google kann diese Lücke bei Basic nicht aus eigenen Signalen auffüllen, weil es schlicht keine gibt. Je höher deine Ablehnungsquote ausfällt, desto größer ist der Teil des Verkehrs, den du nicht siehst. Für eine Website mit wenigen Besuchern am Tag ist das oft verschmerzbar, für einen Shop mit laufenden Kampagnen kann es weh tun.

Technisch heißt Basic im Tag Manager: Die Google-Tags feuern nicht beim normalen Seitenaufruf, sondern erst, wenn die Einwilligung vorliegt. Die Einwilligungsabfrage und der Standardstatus müssen vorher stehen, sonst laden Tags zu früh.

Passend dazu: Server-Side oder Client-Side Tagging?

Advanced: Tags laden sofort, Signale ohne Cookies

Im Advanced-Modus laden die Tags sofort beim Seitenaufruf und übermitteln dabei den Einwilligungsstatus. Ist er auf abgelehnt gesetzt, setzen die Tags keine Cookies und lesen keine vorhandenen aus. Sie senden aber trotzdem cookielose Signale an Google. Im Netzwerk-Tab der Entwicklertools erkennst du sie am Parameter gcs=G100: Er steht für abgelehnte Einwilligung bei Analyse und Werbung.

Aus diesen Signalen modelliert Google Lücken in den Daten. Das bedeutet: Statt für abgelehnte Besucher gar nichts zu wissen, bekommst du in GA4 und Google Ads geschätzte Werte, die auf dem Verhalten vergleichbarer Besucher mit Zustimmung beruhen. Ob und in welchem Umfang modelliert wird, hängt von Voraussetzungen ab, die Google festlegt, zum Beispiel einer ausreichenden Datenbasis. Advanced liefert dadurch mehr modellierte Daten als Basic.

Der Haken liegt in der Übertragung. Auch eine cookielose Anfrage ist eine Verbindung zu Google: Technisch erreichen dabei zum Beispiel die IP-Adresse und Browserdaten den Server. Ob du das ohne Einwilligung vertreten willst, ist der Kern der Entscheidung. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung und nimmt dir diese Bewertung nicht ab.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Handwerksbetrieb mit Kontaktformular bekommt vielleicht wenige Anfragen pro Woche über die Website und schaltet eine kleine Google-Ads-Kampagne. Jede einzelne Anfrage zählt, und gerade weil es so wenige sind, fehlt jede, die durch eine Ablehnung unsichtbar bleibt. Hier lockt Advanced, weil die Modellierung die Auswertung der Kampagne stabiler machen kann.

Eine Arztpraxis mit Online-Terminbuchung kann dagegen andere Prioritäten haben. Besucher geben dort mit ihrem Besuch schon etwas über sich preis, und die Praxis möchte vielleicht bewusst nichts an Dritte übertragen, solange niemand zugestimmt hat. Für diesen Fall ist Basic die naheliegende Wahl, auch wenn die Auswertung dadurch lückenhafter bleibt.

Beide Entscheidungen sind nachvollziehbar. Sie zeigen, dass es keine objektiv richtige Variante gibt, sondern eine Abwägung zwischen Datenvollständigkeit und Zurückhaltung.

Welche Variante passt zu dir?

Die Frage ist weniger technisch als eine Abwägung. Sie hängt von deiner eigenen Datenschutz-Einschätzung ab und sollte von dir oder deinem Datenschutzbeauftragten getroffen werden, nicht von einem Tool oder einem Ratgeber.

  • Du willst, dass ohne Zustimmung nichts an Google geht: Basic. Oder bleib bei Advanced und setze an allen Tags zusätzlich eine Einwilligungsprüfung.
  • Du gewichtest möglichst vollständige Auswertungen höher und hältst die cookielosen Signale für vertretbar: Advanced.
  • Du bist unsicher: Starte mit Basic. Das ist die zurückhaltendere Variante, und du kannst später auf Advanced wechseln, wenn du dich bewusst dafür entscheidest.

Ein Wechsel in die andere Richtung ist unangenehmer: Wer Advanced eingesetzt hat, hat bereits Signale ohne Zustimmung gesendet. Das spricht dafür, im Zweifel mit der strengeren Variante anzufangen.

Umsetzung im Tag Manager

Der Consent Mode wird über dein Cookie-Banner, die sogenannte Consent Management Platform, und den Tag Manager gesteuert. Der Ablauf ist bei beiden Varianten ähnlich: Zuerst setzt du einen Standardstatus, der vor dem Laden der Google-Tags gilt, normalerweise auf abgelehnt. Danach meldet das Banner jede Entscheidung des Besuchers als Update an den Consent Mode. Seit Version 2 gehören neben ad_storage und analytics_storage auch ad_user_data und ad_personalization dazu.

Der Unterschied liegt im Auslösen der Tags. Bei Advanced feuern die Google-Tags schon vor der Zustimmung und verhalten sich je nach Status unterschiedlich. Bei Basic hängst du sie an eine Bedingung, die erst mit der Zustimmung erfüllt ist. In beiden Fällen gilt: Der Standardstatus muss tatsächlich vor dem ersten Google-Tag gesetzt werden. Kommt er zu spät, laden Tags in einem Zustand, den du nicht wolltest.

  • Standardstatus vor dem Laden der Google-Tags setzen.
  • Banner meldet Zustimmung und Ablehnung korrekt als Update.
  • Alle vier Signale des Consent Mode v2 sind belegt.
  • Entscheidung für Basic oder Advanced und die Datenschutzerklärung aufeinander abstimmen und dokumentieren.

So prüfst du, ob es funktioniert

Teste immer zwei Zustände: ohne Zustimmung und mit Zustimmung. Öffne dafür ein privates Browserfenster, damit keine alten Einwilligungen gespeichert sind, und rufe die Entwicklertools mit dem Netzwerk-Tab auf. Filtere nach Anfragen an Google.

Ohne Zustimmung gilt bei Basic: Vor der Entscheidung im Banner darf keine solche Anfrage auftauchen. Bei Advanced sollten die Anfragen vorhanden sein und den Parameter gcs=G100 tragen. Nach einer Zustimmung ändert sich der Wert, und die Tags dürfen Cookies setzen. Zusätzlich hilft die Vorschau des Tag Managers: Dort siehst du je Tag, ob er gefeuert hat, und den aktuellen Einwilligungsstatus.

Die häufigste Fehlerquelle ist ein einzelner Tag, der ohne Einwilligungsprüfung feuert, etwa ein älterer Pixel oder ein Skript, das direkt im Seitencode sitzt und am Tag Manager vorbei läuft. Solche Altlasten findest du nur, wenn du wirklich alle Anfragen im Netzwerk-Tab ansiehst und nicht nur die, die du erwartest. Der zweite typische Fehler ist ein Banner, das Ablehnung nicht korrekt weitergibt: Der Besucher klickt auf Ablehnen, die Tags laufen trotzdem.

Wenn du es einrichten lassen willst

Trackum richtet Tracking mit Tag Manager, GA4, Google Ads, Meta Pixel und Consent Mode v2 ein und testet es mit und ohne Einwilligung. Welche Variante gilt, bleibt deine Entscheidung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced?

Bei Basic werden Google-Tags erst nach der Zustimmung geladen, ohne Zustimmung geht nichts an Google. Bei Advanced laden die Tags sofort und senden ohne Zustimmung cookielose Signale, aus denen Google Lücken modelliert.

Wie erkenne ich cookielose Signale im Browser?

Öffne die Entwicklertools und schau im Netzwerk-Tab nach Anfragen an Google. Ohne Zustimmung enthalten sie bei Advanced den Parameter gcs=G100. Bei Basic erscheinen vor der Zustimmung gar keine solchen Anfragen.

Ist Advanced rechtlich erlaubt?

Das ist eine Frage deiner eigenen datenschutzrechtlichen Einschätzung. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Besprich die Entscheidung mit deinem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung.

Welche Variante nehme ich, wenn ohne Zustimmung nichts übertragen werden soll?

Basic. Dann dürfen Google-Tags erst nach der Einwilligung laden. Alternativ kannst du bei Advanced zusätzlich an allen Tags eine Einwilligungsprüfung setzen, musst das aber lückenlos prüfen.