Was ist der Consent Mode v2? Einfach erklärt
Der Consent Mode v2 übermittelt den Einwilligungsstatus an Google-Tags, mit vier Signalen. Wir erklären Basic und Advanced und was er nicht ersetzt.

Foto: Isabella Fischer auf Unsplash
Was der Consent Mode ist
Der Consent Mode übermittelt Google-Tags den Einwilligungsstatus aus deinem Cookie-Banner. So wissen GA4, Google Ads und andere Google-Tags, ob der Besucher zugestimmt oder abgelehnt hat, und verhalten sich entsprechend.
Version 2 kam mit zwei neuen Signalen hinzu: ad_user_data und ad_personalization, zusätzlich zu ad_storage und analytics_storage. Seit März 2024 verlangt Google den Consent Mode für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, wenn du Funktionen wie Remarketing und personalisierte Werbung nutzen willst.
Er ersetzt keinen Cookie-Banner. Du brauchst weiterhin ein Banner, in dem der Besucher aktiv wählt. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Die vier Signale
- ad_storage: Speicherung für Werbezwecke.
- analytics_storage: Speicherung für Analysezwecke.
- ad_user_data: Übermittlung von Nutzerdaten an Google für Werbung.
- ad_personalization: personalisierte Werbung.
Die beiden ersten gab es schon in Version 1, die beiden letzten sind neu. Jedes Signal steht auf „erteilt“ oder „abgelehnt“. Ein Besucher kann etwa Analyse erlauben und Werbung ablehnen; dein Banner muss das abbilden und die passenden Signale setzen.
Ein Hinweis zu den neuen Signalen: ad_user_data steuert, ob Nutzerdaten für Werbezwecke an Google gehen dürfen, ad_personalization, ob personalisierte Werbung wie Remarketing erlaubt ist. Beide hängen in der Praxis meist an der Kategorie „Marketing“ im Banner. Werden sie nicht gesetzt, gelten Google-Funktionen wie Remarketing im Europäischen Wirtschaftsraum als nicht nutzbar, und Zielgruppenlisten füllen sich nicht mehr.
Der Consent Mode ist also eine Art Weiterleitung: Das Banner erfasst, der Consent Mode meldet weiter, die Tags richten sich danach. Fällt ein Glied aus, passt das Verhalten nicht zur Entscheidung des Besuchers.
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Ablauf
Zuerst gilt der Standard „abgelehnt“, und zwar bevor irgendein Tag läuft. Nach der Wahl im Banner folgt ein Update mit den tatsächlichen Werten. Die Tags passen ihr Verhalten danach an.
Kommt der Standard zu spät, können erste Tags schon vor der Entscheidung Daten senden. Teste den Ablauf deshalb mit „Ablehnen“ und mit „Alle akzeptieren“.
Ein Beispiel macht den Ablauf anschaulich. Ein Besucher ruft die Seite eines Handwerksbetriebs auf. Bevor er etwas im Banner wählt, stehen alle vier Signale auf „abgelehnt“. Klickt er auf „Alle akzeptieren“, setzt das Banner alle Signale auf „erteilt“, und die Tags senden voll. Wählt er nur „Statistik“, geht analytics_storage auf „erteilt“, die drei Werbe-Signale bleiben abgelehnt. Die Tags verhalten sich je Signal unterschiedlich: GA4 darf messen, Google Ads nicht in vollem Umfang.
Ein Beispiel für den Fehlerfall: Ein Betrieb richtet das Banner ein, aber der Standardwert wird erst nach dem Laden von GA4 gesetzt. Im Vorschaumodus sieht man dann zuerst den GA4-Tag und erst danach die Einwilligungs-Einstellung. GA4 hat in dem Moment bereits mit den Voreinstellungen gearbeitet. Das lässt sich nur durch die richtige Reihenfolge beheben, nicht durch ein späteres Update.
Basic und Advanced
Im Basic-Modus laden die Tags erst nach der Zustimmung. Vorher wird nichts an Google gesendet.
Im Advanced-Modus laden die Tags sofort und senden ohne Zustimmung cookielose Signale. Google modelliert daraus fehlende Daten, sodass du bei Ablehnungen weniger Auswertungslücken hast. Wie die cookielosen Signale rechtlich zu bewerten sind, wird unterschiedlich gesehen.
Im Netzwerk-Tab des Browsers kannst du im Advanced-Modus erkennen, dass auch ohne Zustimmung Anfragen an Google gehen: In ihnen steht der Parameter gcs mit einem Wert, der den Einwilligungsstatus beschreibt. Siehst du bei abgelehnter Einwilligung gar keine Anfrage, arbeitest du im Basic-Modus oder deine Tags warten auf das Update.
Die Wahl zwischen beiden Varianten ist keine technische, sondern eine Abwägung. Advanced liefert mehr Daten, wirft aber die Frage auf, ob schon die Anfragen ohne Zustimmung vertretbar sind. Basic ist zurückhaltender und lässt Lücken. Klär das mit jemandem, der dich datenschutzrechtlich berät. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.
Wann du dich darum kümmern solltest
Wenn du Google Ads schaltest, Remarketing nutzt oder personalisierte Werbung einsetzen willst und Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum erreichst, ist der Consent Mode v2 für dich relevant. Auch wenn du nur GA4 nutzt, schadet ein sauber gesetzter Standard nicht, weil er sicherstellt, dass Tags vor der Entscheidung nichts senden. Wer Google-Dienste gar nicht nutzt, braucht ihn nicht.
Ein häufiger Irrtum ist, dass der Consent Mode automatisch durch ein Banner aktiv ist. Das stimmt nicht. Das Banner muss ihn unterstützen und richtig konfiguriert sein, und der Tag Manager muss die Signale auswerten. So prüfst du es: Öffne den Vorschaumodus, lehne ab und sieh im Reiter „Einwilligung“ nach, welche Werte gesetzt sind und wann.
Grenzen
Der Consent Mode ist ein technisches Werkzeug. Er sagt den Tags, ob sie senden dürfen, aber nicht, ob die Einwilligung wirksam eingeholt wurde. Dafür sind dein Banner und deine Datenschutzerklärung verantwortlich.
Wenn du den Consent Mode nicht selbst einrichten willst: Trackum richtet Tracking inklusive Consent Mode v2 ein und testet es mit und ohne Einwilligung.
Häufige Fragen
Was ist der Consent Mode v2?
Ein Mechanismus, der den Einwilligungsstatus aus dem Cookie-Banner an Google-Tags übermittelt, über die Signale ad_storage, analytics_storage, ad_user_data und ad_personalization.
Ersetzt der Consent Mode den Cookie-Banner?
Nein. Er leitet die Entscheidung aus dem Banner weiter. Du brauchst weiterhin ein Banner, in dem der Besucher aktiv wählt.
Welche Signale sind neu in Version 2?
ad_user_data und ad_personalization. ad_storage und analytics_storage gab es schon vorher.
Ist der Consent Mode v2 Pflicht?
Google verlangt ihn seit März 2024 für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, wenn du Remarketing oder personalisierte Werbung nutzen willst. Es ist eine Anforderung von Google, kein Gesetz.
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