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Google Signals in GA4: was es tut und wann du es brauchst

Google Signals verknüpft GA4 mit angemeldeten Google-Konten. Das bringt mehr Daten, aber auch Datenschwellenwerte und Fragen zum Datenschutz. Eine Entscheidungshilfe.

Wissen · · 6 Min. Lesezeit · Mit KI erstellt und KI-gestützt geprüft am

Google Signals in GA4: was es tut und wann du es brauchst
Foto: Blake Wisz auf Unsplash

Was ist Google Signals in GA4?

Google Signals ist eine Einstellung in Google Analytics 4 (GA4), die deine Messdaten mit Informationen aus Google-Konten ergänzt; in der deutschen Oberfläche heißt sie Google-Signale. Betroffen sind Besucher, die in ihrem Google-Konto angemeldet sind und personalisierte Werbung erlaubt haben. Für diese Besucher liefert GA4 demografische Merkmale wie Alter und Geschlecht sowie Interessen, Google kann Wege über mehrere Geräte erkennen, und Remarketing-Listen für Google Ads lassen sich geräteübergreifend nutzen. Der Preis dafür: mehr Fragen zum Datenschutz und Datenschwellenwerte, sobald demografische Daten im Bericht stehen.

Für viele kleine und mittlere Firmen ist die ehrliche Antwort: Google Signals bringt weniger, als der Name verspricht. Wer nicht gezielt mit Remarketing über mehrere Geräte arbeitet und keine demografischen Auswertungen braucht, fährt mit ausgeschaltetem Google Signals oft besser. Wann sich das Einschalten lohnt, zeigen die nächsten Abschnitte.

Was Google Signals in GA4 genau liefert

Der erste Nutzen sind geräteübergreifende Daten. Google beschreibt als Beispiel jemanden, der auf dem Smartphone nach Produkten sucht und später am Laptop kauft. Mit Google Signals kann Google solche Wege für angemeldete Nutzer in zusammengefasster Form erkennen, einzelne Personen siehst du dabei nie. In die Nutzerzahlen deiner Standardberichte fließt das seit Februar 2024 allerdings nicht mehr ein, weil GA4 Google Signals seitdem nicht mehr für die Berichtsidentität verwendet. Wer Geräte zuverlässig zusammenführen will, übergibt für angemeldete Kunden eher eine eigene User-ID.

Der zweite Nutzen sind demografische Daten und Interessen. Die Berichte zu Alter, Geschlecht und Interessenkategorien in GA4 stammen aus Google-Konten. Der dritte Nutzen betrifft Remarketing: Zielgruppen, die du in GA4 anlegst und mit Google Ads teilst, können mit Google Signals auch auf anderen Geräten derselben Person angesprochen werden.

  • Demografische Berichte zu Alter, Geschlecht und Interessen.
  • Geräteübergreifende Wege in zusammengefasster Form.
  • Remarketing-Listen für Google Ads, die über mehrere Geräte wirken.
  • Nur für Besucher, die bei Google angemeldet sind und personalisierte Werbung erlaubt haben.

Wichtig ist die Einschränkung: Google Signals wirkt nur für einen Teil deiner Besucher. Wer nicht bei Google angemeldet ist, personalisierte Werbung abgeschaltet hat oder im Cookie-Banner ablehnt, fließt nicht ein. Die geräteübergreifenden und demografischen Daten beschreiben also nie alle Besucher, sondern eine Teilmenge. Für grobe Tendenzen kann das reichen, für genaue Zahlen nicht. Wer etwa wissen will, wie viele Anfragen aus einer Kampagne kamen, bekommt diese Antwort aus den normalen Ereignisdaten, ganz ohne Google Signals.

Daten aus Google Signals werden laut Google standardmäßig 26 Monate aufbewahrt. Ist die Datenaufbewahrung deiner Property kürzer eingestellt, gilt die kürzere Dauer. In der Standardversion von GA4 kannst du die Aufbewahrung von Ereignisdaten auf 2 oder 14 Monate einstellen.

Passend dazu: Server-Side Tagging oder Client-Side: der Vergleich

Google Signals und DSGVO: Datenschutz und Einwilligung

Google Signals verbindet Daten deiner Website mit den Konten von Google-Nutzern und dient auch Werbezwecken. Damit ist es datenschutzrechtlich deutlich heikler als eine reine Reichweitenmessung. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. In der Praxis gilt aber: Wer Google Signals nutzt, sollte dafür eine Einwilligung einholen, die den Zweck klar benennt, und es in der Datenschutzerklärung beschreiben. Zugriffe auf das Endgerät, etwa über Cookies, brauchen nach § 25 TDDDG ohnehin eine Einwilligung, sofern sie nicht unbedingt erforderlich sind.

Technisch spielt Google Consent Mode v2 hier eine wichtige Rolle. Über die Signale ad_user_data und ad_personalization teilt deine Seite Google mit, ob ein Besucher dem Senden seiner Daten für Werbung und personalisierter Werbung zugestimmt hat. Lehnt jemand im Cookie-Banner ab, dürfen diese Signale nicht auf erteilt stehen. Prüfe deshalb, ob dein Banner die Entscheidung korrekt an den Consent Mode meldet, bevor du Google Signals einschaltest.

In GA4 kannst du die Erfassung mit Google Signals außerdem nach Regionen steuern. Damit lässt sich die Erfassung für bestimmte Länder abschalten, während sie in anderen läuft. Für Websites, die überwiegend Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben, ist das aber selten eine echte Lösung, weil gerade diese Besucher betroffen sind.

Führt Google Signals zu Datenschwellenwerten?

Indirekt ja. Laut Google-Hilfe greifen Datengrenzwerte vor allem, wenn demografische Daten wie Alter, Geschlecht oder Interessen im Bericht stehen und dahinter nur wenige Nutzer stecken. Diese Daten liefert Google Signals. Bei kleinen Zahlen blendet GA4 dann Zeilen oder Werte aus, damit keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Du erkennst das am Symbol für die Datenqualität oben im Bericht. Für Websites mit wenigen Besuchern pro Tag kann das bedeuten, dass in Auswertungen nach Altersgruppe ganze Zeilen fehlen.

Bis Februar 2024 war der Effekt deutlich größer, weil GA4 Google Signals auch für die Berichtsidentität nutzte. Deshalb empfehlen ältere Anleitungen oft die Berichtsidentität „Gerätebasiert“ in der Verwaltung unter Datenanzeige. Heute hilft vor allem, demografische Dimensionen nur zu nutzen, wenn du sie brauchst, und längere Zeiträume zu wählen. Wer Google Signals ohnehin nicht nutzt, schaltet es besser ganz aus und hat damit weniger Grenzwerte und eine einfachere Datenschutzerklärung.

Passend dazu: Server-Side Tracking: was ist das und wie funktioniert es?

Google Signals an oder aus: wann lohnt es sich?

Eine einfache Entscheidungshilfe: Schalte Google Signals nur ein, wenn du einen konkreten Nutzen hast, den du auch wirklich verwendest. Das sind vor allem Remarketing-Kampagnen in Google Ads mit Zielgruppen aus GA4 und Auswertungen nach Alter und Geschlecht für die Planung von Kampagnen. Für alles andere, also Zugriffe, Anfragen, Käufe und Kampagnenvergleiche, brauchst du Google Signals nicht.

  • Eher an: Remarketing mit GA4-Zielgruppen in Google Ads, Einwilligung für Werbung vorhanden.
  • Eher an: Demografische Auswertungen sind für deine Kampagnenplanung wichtig.
  • Eher aus: Kleine Website mit wenigen Besuchern pro Tag.
  • Eher aus: Keine Einwilligung für Werbezwecke im Cookie-Banner.
  • Eher aus: Du nutzt GA4 nur für Zugriffe, Anfragen und Käufe.
GA4 mit und ohne Google Signals
BereichMit Google SignalsOhne Google Signals
Alter, Geschlecht, InteressenVerfügbar für angemeldete NutzerNicht verfügbar
Remarketing aus GA4-ZielgruppenAuch auf anderen Geräten derselben PersonNur auf dem erfassten Gerät
DatengrenzwerteMöglich, sobald demografische Daten im Bericht stehenSeltener
Zugriffe, Anfragen, KäufeUnverändertUnverändert
Datenschutzerklärung und EinwilligungZusätzlicher Zweck zu beschreibenEinfacher

Ein Beispiel: Ein Handwerksbetrieb mit Kontaktformular hat Google Signals beim Einrichten von GA4 aktiviert, ohne einen konkreten Zweck zu haben. Remarketing nutzt der Betrieb nicht, die demografischen Berichte hat nie jemand angesehen. Dafür fehlen in Auswertungen nach Altersgruppe regelmäßig Zeilen, und in der Datenschutzerklärung steht ein langer Absatz zu Google Signals. Nach dem Ausschalten fallen nur Berichte weg, die ohnehin niemand genutzt hat, und die Datenschutzerklärung wird kürzer.

Google Signals prüfen und richtig einstellen

Prüfe in deiner GA4-Property einmal bewusst, ob Google Signals an ist, ob du es nutzt und ob deine Einwilligung dazu passt. Schau dabei auch auf die Berichtsidentität und auf den Hinweis zu Datenschwellenwerten in deinen wichtigsten Berichten. Agenturen sollten das für jede Kunden-Property einzeln prüfen, denn die Einstellung gilt pro Property.

Wenn du Google Signals ausschaltest, beachte zwei Dinge. Erstens verschwinden demografische Berichte und geräteübergreifende Auswertungen für die Zukunft, bisherige Daten bleiben bis zum Ende der Aufbewahrung erhalten. Zweitens werden GA4-Zielgruppen, die du in Google Ads für Remarketing nutzt, kleiner, weil sie nicht mehr über mehrere Geräte wachsen. Sprich das vorher mit der Person ab, die eure Kampagnen in Google Ads betreut, damit niemand von schrumpfenden Listen überrascht wird.

Bei der Einrichtung von Google Tag Manager, GA4 und Consent Mode v2 stellt Trackum die Property datensparsam ein, Google Signals bleibt dabei aus. Die Einrichtung kostet einmalig 150 € zzgl. MwSt., inklusive bis zu 15 Ereignissen, getestet mit und ohne Einwilligung. Wenn du Remarketing über GA4 nutzen willst und nicht sicher bist, ob dein Setup dazu passt, schreib uns über die Anfrage.

Häufige Fragen

Was ist Google Signals in GA4?

Google Signals ergänzt GA4 um Daten von Nutzern, die in einem Google-Konto angemeldet sind und personalisierte Werbung erlaubt haben. Damit werden demografische Daten, geräteübergreifende Auswertungen in zusammengefasster Form und erweiterte Remarketing-Listen möglich.

Ist Google Signals mit der DSGVO vereinbar?

Google Signals verarbeitet Daten auch zu Werbezwecken und verknüpft sie mit Google-Konten. Viele Websites nutzen es deshalb nur mit einer Einwilligung, die diesen Zweck abdeckt, oder lassen es ausgeschaltet. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung, die Entscheidung triffst du mit deinem Datenschutzbeauftragten.

Wo aktiviere ich Google Signals in GA4?

In der Verwaltung unter Datenerhebung und -änderung, im Bereich Datenerhebung. Dort schaltest du die Erfassung mit Google-Signalen ein oder aus und kannst sie für einzelne Regionen steuern.

Warum fehlen nach dem Aktivieren von Google Signals Daten in GA4?

Google Signals liefert demografische Daten, und sobald Alter, Geschlecht oder Interessen im Bericht stehen, blendet GA4 bei kleinen Zahlen Werte aus. Längere Zeiträume und weniger demografische Dimensionen helfen, das Ausschalten von Google Signals entfernt diesen Auslöser ganz.

Quellen

  1. Google Analytics-Hilfe: Google-Signale für Google Analytics-Properties aktivieren support.google.com
  2. Google Analytics-Hilfe: Datengrenzwerte support.google.com
  3. Google Analytics-Hilfe: Identität für die Berichterstellung support.google.com
  4. Google for Developers: Consent mode overview developers.google.com
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