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GA4-Ereignisse: welche wirklich zählen

GA4 kennt automatisch erfasste, erweiterte, empfohlene und eigene Ereignisse. Verwende empfohlene Namen, halte die Zahl klein und markiere das Wichtige als Schlüsselereignis.

Wissen · 27. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Foto: Ed Hardie auf Unsplash

Die vier Arten von Ereignissen

GA4 misst alles als Ereignis: einen Seitenaufruf, einen Klick, einen Kauf. Das macht das Modell einfach, aber auch unübersichtlich, wenn du nicht weißt, woher ein Ereignis kommt. Es gibt vier Arten. Automatisch erfasst werden etwa page_view, session_start und first_visit; dafür musst du nichts tun. Die erweiterte Messung liefert zum Beispiel scroll, click, file_download und form_start, sofern sie in den Einstellungen des Datenstreams aktiv ist. Empfohlene Ereignisse haben feste Namen, etwa generate_lead, sign_up und purchase. Dazu kommen eigene Ereignisse, die du frei benennst.

  • Automatisch erfasst: page_view, session_start, first_visit
  • Erweiterte Messung: scroll, click, file_download, form_start
  • Empfohlen: generate_lead, sign_up, purchase
  • Eigene Ereignisse für spezielle Aktionen

Die Reihenfolge ist zugleich eine Prüfreihenfolge: Bevor du ein eigenes Ereignis baust, schaust du, ob GA4 es schon automatisch erfasst, ob es ein empfohlenes Ereignis dafür gibt und erst dann, ob du es selbst definieren musst. So vermeidest du doppelte Arbeit und doppelte Zählungen.

Namen und Parameter

Verwende die empfohlenen Namen, wo es sie gibt. Der Grund ist praktisch: GA4 und andere Google-Produkte kennen diese Namen und können sie ohne Zusatzarbeit auswerten. Wer eine Kontaktanfrage lieber „anfrage_gesendet“ nennt, verschenkt diesen Vorteil, denn generate_lead meint genau das. Eigene Namen schreibst du in Kleinbuchstaben mit Unterstrich und höchstens 40 Zeichen, ohne Leerzeichen und ohne Umlaute, und du vergibst sie einheitlich: Heute „formular_gesendet“, morgen „form_submit“ ergibt zwei Ereignisse für dieselbe Aktion.

Parameter liefern Details zu einem Ereignis, zum Beispiel value und currency. Ohne sie bleibt ein Kauf oder Lead ein bloßer Zähler ohne Wert. Mit ihnen weißt du, welches Formular gesendet wurde, welcher Betrag gekauft wurde oder auf welche Datei geklickt wurde. Lege dir eine kleine Liste an: Ereignisname, Parameter, Auslöser. Sie hilft später bei der Fehlersuche und beim Übergeben an andere.

Passend dazu: Server-Side oder Client-Side Tagging?

Weniger ist mehr

Wenige aussagekräftige Ereignisse sind besser als viele, die niemand auswertet. Konzentriere dich auf Aktionen, die zu Leads oder Umsatz führen. Einen Klick auf irgendeinen Button brauchst du selten; interessant ist der Klick auf „Angebot anfordern“ oder die Terminbuchung. Frage dich bei jedem Ereignis, welche Entscheidung du daran festmachen würdest. Fällt dir keine ein, lass es weg.

Markiere die wichtigsten Ereignisse als Schlüsselereignis. Damit sagst du GA4, welche Aktionen für dein Ziel zählen, und siehst sie gesondert in den Berichten. Prüfe regelmäßig, welche Ereignisse du wirklich nutzt, und streiche den Rest. Ein aufgeräumtes Messkonzept ist verständlicher und weniger fehleranfällig als ein wuchernder Katalog.

Beispiel: Handwerksbetrieb mit Kontaktformular

Ein Handwerksbetrieb braucht im Grunde drei Dinge: wie viele Besucher kommen, wie viele eine Anfrage senden und woher sie kommen. page_view erfasst GA4 automatisch. Die Anfrage misst er mit dem empfohlenen Ereignis generate_lead, ausgelöst bei erfolgreicher Formularsendung, nicht beim Klick auf „Absenden“. Dieses Ereignis markiert er als Schlüsselereignis. Wer will, ergänzt einen Klick auf die Telefonnummer als eigenes Ereignis. Mehr braucht es für den Start nicht.

Einrichtung im Tag Manager

Meist richtest du Ereignisse im Google Tag Manager ein: Ein Trigger löst aus, ein GA4-Ereignis-Tag sendet. Dynamische Werte wie den Warenkorbwert übergibst du über den dataLayer. Lege für jedes Ereignis zuerst den Trigger an, der genau dann auslöst, wenn die Aktion wirklich geschehen ist, und dann den Tag mit dem Ereignisnamen und den Parametern.

Teste im Vorschaumodus, ob die Ereignisse mit den richtigen Parametern ankommen. Löse die Aktion selbst aus, öffne im Vorschaumodus den Tag und kontrolliere Name und Werte. Wiederhole den Test in einem frischen privaten Fenster, denn manche Fehler zeigen sich nur beim ersten Aufruf. Teste außerdem, dass die Ereignisse ohne Einwilligung nicht gesendet werden.

Beispiel: kleiner Shop

Ein kleiner Shop setzt zusätzlich auf die empfohlenen E-Commerce-Ereignisse. Neben page_view braucht er mindestens view_item, add_to_cart, begin_checkout und purchase, jeweils mit value und currency, beim Kauf mit der Bestellnummer. Das sind wenige Ereignisse, aber sie reichen, um zu sehen, wo Besucher den Kaufweg verlassen. Weitere Ereignisse ergänzt er erst, wenn eine konkrete Frage danach verlangt, zum Beispiel ob Besucher den Newsletter-Hinweis überhaupt wahrnehmen.

Typische Fehler

Ein Ereignis feuert doppelt, weil Tag Manager und fest eingebauter Code beide senden. Ein Ereignis feuert bei jeder Seite statt nur bei der Aktion, weil der Trigger zu allgemein ist. Der Name enthält ein Leerzeichen oder Großbuchstaben, sodass zwei Ereignisse entstehen, die du als eins meinst. Oder ein Parameter fehlt, sodass der Wert in den Berichten leer bleibt. Alle vier Fehler erkennst du im Vorschaumodus, wenn du ein Ereignis gezielt auslöst und den Tag Zeile für Zeile liest.

Hilfe bei der Einrichtung

Wer das Messkonzept nicht selbst aufbauen will, kann es einrichten lassen. Trackum richtet Tracking ein, auch mit GA4 und Consent Mode v2, mit festen Preisen vorab. Getestet wird mit und ohne Einwilligung.

Häufige Fragen

Was sind empfohlene Ereignisse?

Ereignisse mit festen Namen wie generate_lead, sign_up oder purchase. Verwende sie, wo es sie gibt, bevor du eigene erfindest.

Wie benenne ich eigene Ereignisse?

In Kleinbuchstaben mit Unterstrich, höchstens 40 Zeichen, zum Beispiel form_submit.

Wozu dienen Parameter?

Sie liefern Details zu einem Ereignis, etwa value und currency.

Wie viele Ereignisse sollte ich messen?

Wenige aussagekräftige sind besser als viele. Markiere das Wichtige als Schlüsselereignis.