Trackum

Odoo Marketing: ERP-Umsatz mit Werbekosten vergleichen

Werbeplattformen zeigen Conversions, das ERP zeigt echte Umsätze. So verbindest du beides für Odoo, weclapp und Xentral, und so erkennst du, warum die Zahlen abweichen.

Anleitung · · 5 Min. Lesezeit · Mit KI erstellt und KI-gestützt geprüft am

Odoo Marketing: ERP-Umsatz mit Werbekosten vergleichen
Foto: Giorgio Tomassetti auf Unsplash

Odoo Marketing wird erst aussagekräftig, wenn du die echten Umsätze aus dem ERP neben die Werbekosten stellst. Dafür liest du Aufträge oder Rechnungen aus Odoo, weclapp oder Xentral über deren Schnittstelle aus, ordnest jedem Auftrag seine Herkunft zu, zum Beispiel Kampagne oder Klick-ID, und vergleichst die Summe je Kanal mit den Kosten aus Google Ads und Meta.

Werbeplattformen zeigen Klicks und Conversions. Ein ERP-System wie Odoo, weclapp oder Xentral zeigt, was am Ende fakturiert, bezahlt und nicht zurückgeschickt wurde. Zwischen beiden Welten fehlt in vielen Firmen die Verbindung. Dieser Ratgeber zeigt, warum die Zahlen abweichen, welche Schnittstellen es gibt und was du konkret vergleichen solltest.

Warum weichen Shop-Umsatz und ERP-Umsatz voneinander ab?

Shop-Umsatz und ERP-Umsatz weichen fast immer ab, und das ist zunächst kein Fehler. Der Shop meldet eine Bestellung im Moment des Kaufs. Das ERP bildet ab, was danach passiert: Zahlung, Teillieferung, Storno, Retoure, Gutschrift. Dazu kommen Umsätze, die nie über den Shop laufen, etwa Aufträge nach einem Telefonat oder einem Angebot per E-Mail. Google Analytics 4 (GA4) und Google Ads sehen davon nur den Teil, der mit Einwilligung im Browser gemessen wurde.

Typische Gründe für Abweichungen und wie du sie erkennst
GrundWoran du ihn erkennstWas du tun kannst
Stornos und RetourenERP-Umsatz liegt dauerhaft unter dem Shop-Umsatznur bezahlte, nicht stornierte Aufträge vergleichen
Brutto und nettoAbweichung entspricht ungefähr der Umsatzsteuerüberall netto oder überall brutto rechnen
VersandkostenAbweichung je Bestellung etwa gleich hochfestlegen, ob Versand zum Umsatz zählt
Fehlende EinwilligungGoogle Ads zählt weniger Käufe als das ERP AufträgeERP als Grundlage nehmen, nicht die Plattform
Aufträge außerhalb des ShopsERP enthält Aufträge ohne Shop-BestellnummerHerkunft beim Angebot oder Auftrag erfassen
Unterschiedliche DatumsfelderAbweichungen vor allem am Monatsanfang und Monatsendeeinheitlich Auftragsdatum oder Rechnungsdatum nutzen

Welche Schnittstellen bieten Odoo, weclapp und Xentral?

Alle drei Systeme haben eine Schnittstelle, über die sich Aufträge oder Rechnungen maschinell abrufen lassen. Odoo bietet eine externe API. Ab Odoo 19 gibt es die External JSON-2 API mit API-Schlüssel, ältere Versionen nutzen XML-RPC oder JSON-RPC. Laut Odoo-Dokumentation sollen XML-RPC und JSON-RPC mit Odoo 22 (Herbst 2028) entfallen, bei Odoo Online schon mit Version 21.1. Wichtig für die Tarifwahl: Der Datenzugriff über die externe API ist laut Odoo nur in den Custom-Tarifen enthalten, nicht in One App Free oder Standard. Einen API-Schlüssel legst du in Odoo in den persönlichen Einstellungen unter Kontosicherheit an.

Die weclapp Schnittstelle ist eine REST-API unter der eigenen weclapp-Adresse der Firma. Die Anmeldung läuft über einen API-Token, den du laut weclapp-Hilfe unter deinem Benutzernamen in Meine Einstellungen im Bereich API-Token findest. Über die Schnittstelle gelten genau die Rechte dieses Benutzers, deshalb lohnt sich ein eigener Benutzer mit möglichst wenigen Rechten. Die Xentral Schnittstelle ist im Entwicklerportal von Xentral beschrieben und bietet unter anderem Endpunkte für Verkaufsaufträge. Auch hier gilt: Lege einen eigenen Zugang an, der nur lesen darf, und gib nie die Anmeldedaten eines Administrators weiter.

  • Odoo: externe API, ab Version 19 JSON-2 mit API-Schlüssel, nur in den Custom-Tarifen enthalten
  • weclapp: REST-API mit API-Token des Benutzers, der Token hat genau die Rechte dieses Benutzers
  • Xentral: API laut Entwicklerportal, Zugriff je Bereich wie Verkaufsaufträge freigeben
  • alle drei: nur Leserechte, nur die Felder, die du für die Auswertung brauchst

Passend dazu: Meta Pixel (Facebook Pixel) im Google Tag Manager einrichten

Wie kommt die Herkunft eines Auftrags ins ERP?

Die Herkunft eines Auftrags ist der schwierigste Teil. Das ERP weiß, was verkauft wurde, aber meist nicht, über welche Anzeige der Kunde kam. Die Information muss deshalb von der Website mitgegeben werden. Im Shop geschieht das über die Bestellung: Viele Shopsysteme speichern UTM-Parameter oder die Quelle am Auftrag, und der Auftrag wird mit diesen Daten ins ERP übertragen. Bei Anfragen über ein Kontaktformular gehören UTM-Parameter und Klick-IDs wie gclid in versteckte Formularfelder und von dort in das CRM oder direkt an den Auftrag.

Odoo hat dafür eigene Felder: Kampagne, Quelle und Medium stehen an Leads und Verkaufsaufträgen zur Verfügung. Bei weclapp und Xentral nutzt du benutzerdefinierte Felder am Auftrag oder am Kunden. Ohne diese Information kannst du nur Gesamtumsatz und Gesamtkosten vergleichen. Das ist besser als nichts, verrät aber nicht, welche Kampagne sich lohnt.

ERP-Marketing-Auswertung: Was solltest du vergleichen?

Eine sinnvolle ERP-Marketing-Auswertung vergleicht je Kanal und Kampagne drei Werte: Werbekosten, Anzahl der Aufträge und Umsatz aus dem ERP. Daraus ergibt sich der Return on Ad Spend (ROAS), also Umsatz geteilt durch Werbekosten. Wer mit Deckungsbeiträgen arbeitet, rechnet zusätzlich mit dem Rohertrag statt mit dem Umsatz, weil ein hoher Umsatz mit wenig Marge sonst zu gut aussieht.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein kleiner Onlineshop für Ersatzteile sieht in Google Ads einen ROAS von 6. Im ERP zeigt sich nach einem Monat, dass ein Teil der Bestellungen aus einer Kampagne storniert wurde, weil die Ware nicht lieferbar war. Der echte ROAS dieser Kampagne liegt deutlich niedriger, die Kampagne für Markenbegriffe dagegen ist besser als gedacht. Ohne den Abgleich mit dem ERP hätte der Shop das Budget in die falsche Richtung verschoben.

Passend dazu: Borlabs Cookie mit Consent Mode v2 und Tag Manager verbinden

Wie baust du den Abgleich selbst auf?

Für den Anfang reicht ein einfacher Abgleich einmal im Monat. Du exportierst die Aufträge des Monats aus dem ERP mit Betrag, Datum, Status und Herkunft, holst die Werbekosten je Kampagne aus Google Ads und dem Werbeanzeigenmanager von Meta und führst beides in einer Tabelle zusammen. Wichtig ist, dass du jedes Mal dieselben Regeln anwendest: gleicher Zeitraum, gleiches Datumsfeld, netto oder brutto, mit oder ohne Versand.

  • Aufträge aus dem ERP exportieren: Betrag, Datum, Status, Kampagne oder Quelle
  • stornierte und vollständig retournierte Aufträge entfernen
  • Werbekosten je Kampagne aus Google Ads und Meta für denselben Zeitraum holen
  • Umsatz und Aufträge je Kampagne neben die Kosten stellen und den ROAS berechnen
  • Aufträge ohne Herkunft gesondert ausweisen, statt sie einer Kampagne zuzuschlagen

Läuft der Abgleich ein paar Monate stabil, lohnt sich die Automatisierung über die Schnittstelle. Dann siehst du die Zahlen nicht erst am Monatsende, sondern kannst Kampagnen schon nach wenigen Tagen anpassen. Achte darauf, dass der Anteil der Aufträge ohne Herkunft sinkt. Steigt er, ist meist ein Formular oder eine Übertragung ins ERP kaputtgegangen.

Wie kommen echte Umsätze zurück zu Google Ads?

Google Ads kann Umsätze aus anderen Systemen über Offline-Conversion-Importe übernehmen. Voraussetzung ist, dass am Auftrag die Klick-ID gclid gespeichert ist, die beim Klick auf die Anzeige entstanden ist. Das ERP oder ein dazwischen geschaltetes Werkzeug lädt dann Aufträge mit gclid, Zeitpunkt und Wert hoch, entweder per Datei oder automatisch. Google Ads ordnet den Umsatz dem ursprünglichen Klick zu, und automatische Gebote lernen auf echte Verkäufe statt nur auf Bestellungen im Browser.

Prüfe dabei, ob die Klick-ID wirklich bis ins ERP durchkommt. Ein häufiger Fehler: Der Shop speichert die gclid, aber die Übertragung ins ERP lässt das Feld weg. Ein zweiter Fehler: Stornos werden nicht nachgemeldet. Beide Fehler erkennst du, wenn du zehn Aufträge aus Google Ads im ERP von Hand nachschlägst.

Was Trackum bei der Datenanbindung übernimmt

Wenn du die Abfragen nicht selbst bauen willst: Trackum bietet die Datenanbindung als Extra für 50 Euro je System, unter anderem für Odoo, weclapp und Xentral. Die echten Umsätze erscheinen dann im Trackum-Dashboard neben Besuchern, Anfragen, Werbekosten und ROAS je Kampagne, täglich aktuell und montags mit einer Wochenmail. Für das Dashboard wird nur gelesen, an deinen Aufträgen ändert sich nichts, und gezählt wird je Kanal, nicht je Person. Dashboard und Datenanbindung laufen im Abo für 19 Euro im Monat, alle Preise zzgl. MwSt.

Häufige Fragen

Kann ich Odoo direkt mit Google Ads verbinden?

Eine fertige Verbindung, die Umsätze aus Odoo automatisch je Kampagne an Google Ads meldet, gibt es in Odoo nicht von Haus aus. Üblich ist der Weg über die externe Schnittstelle von Odoo: Aufträge mit Klick-ID oder Kampagne auslesen und als Offline-Conversions an Google Ads hochladen oder in einem Dashboard neben die Werbekosten stellen.

Hat weclapp eine Schnittstelle für Umsätze?

Ja, weclapp bietet eine REST-Schnittstelle, über die sich unter anderem Ausgangsrechnungen und Aufträge abrufen lassen. Den API-Token findet jeder Benutzer unter Meine Einstellungen, und über die Schnittstelle gelten genau seine Rechte. Am sichersten ist deshalb ein eigener Benutzer, der nur auf die benötigten Daten zugreifen darf.

Welcher Umsatz zählt für den ROAS, Shop oder ERP?

Für Entscheidungen über das Werbebudget zählt der Umsatz, der wirklich bleibt, also nach Stornos und Retouren. Das ist meist der Wert aus dem ERP. Der Shop-Umsatz ist schneller verfügbar und eignet sich für die tägliche Steuerung, das ERP für die Abrechnung am Monatsende.

Brauche ich für den Abgleich personenbezogene Daten aus dem ERP?

Für einen Vergleich je Kanal und Kampagne nicht. Es reichen Betrag, Datum, Status und die Herkunft des Auftrags. Namen und Adressen müssen dafür nicht ausgelesen werden, und genau so solltest du die Schnittstelle auch berechtigen.

Quellen

  1. Odoo 19.0 Dokumentation: External JSON-2 API odoo.com
  2. weclapp Support Portal: Wo finde ich den weclapp API-Token? doc.weclapp.com
  3. Xentral Developer Portal developer.xentral.com
  4. Google Ads-Hilfe: Offline-Conversion-Importe support.google.com
Hilfe