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Consent Mode v2 mit Complianz (WordPress)

Complianz unterstützt den Consent Mode v2 und den Tag Manager. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten, Standard „abgelehnt“ und ein Test nach jeder Änderung.

Anleitung · 4. November 2026 · 4 Min. Lesezeit

Foto: Aleksandar Cvetanovic auf Unsplash

Complianz und Tag Manager zusammen nutzen

Complianz ist ein Cookie-Banner-Plugin für WordPress, in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Version. Es unterstützt den Consent Mode v2 und eine Einbindung des Google Tag Managers. Das Banner liefert die Entscheidung des Besuchers, der Tag Manager lässt Tags erst danach laufen.

Welche Optionen deine Version bietet und wie sie heißen, hängt von Version und Plugin-Stand ab. Verlass dich deshalb auf das, was du im Plugin und im Vorschaumodus des Tag Managers tatsächlich siehst.

Nur ein Weg für Google-Dienste

Der häufigste Fehler ist die doppelte Einbindung: Complianz lädt Google Analytics oder den Tag Manager, und zusätzlich steckt derselbe Code im Theme, in einem anderen Plugin oder im Tag Manager selbst. Das Ergebnis sind doppelte Seitenaufrufe und Treffer, die am Banner vorbei laufen.

Entscheide dich für genau einen Weg: Entweder bindet Complianz die Google-Dienste ein, oder der Tag Manager übernimmt das. Nutzt du den Tag Manager, konfigurierst du GA4 und Google Ads dort, und Complianz bleibt Banner und Signalgeber.

  • Festlegen, wer die Google-Tags lädt: Complianz oder Tag Manager.
  • Fest eingebaute Google-Skripte aus Theme und anderen Plugins entfernen.
  • Den Seitenquelltext auf doppelte Container und doppelte gtag.js-Einbindung prüfen.

Passend dazu: Meta Pixel über den Google Tag Manager einrichten

Standard „abgelehnt“ und die richtigen Kategorien

Der Consent Mode setzt voraus, dass vor der Entscheidung des Besuchers der Standard „abgelehnt“ gilt und dieser Standard vor allen anderen Tags gesetzt wird. Erst nach der Wahl im Banner folgt das Update. Prüfe, dass diese Reihenfolge auf deiner Seite stimmt.

Die Kategorien im Banner müssen den Signalen von Google zugeordnet sein: Statistik betrifft analytics_storage, Marketing betrifft die Werbesignale ad_storage, ad_user_data und ad_personalization. Stimmt die Zuordnung nicht, laufen Tags trotz Ablehnung oder bleiben trotz Zustimmung stumm.

Ein kleines Beispiel macht die Zuordnung greifbar: Ein Besucher wählt im Banner nur „Statistik“. Dann darf GA4 messen, die Werbe-Tags dagegen nicht. Erwartest du in diesem Fall, dass Google Ads ebenfalls zählt, liegt der Fehler nicht im Tag, sondern in deiner Erwartung. Lege deshalb vorab fest, welche Tags in welcher Kategorie hängen, und notiere es: GA4 gehört zu Statistik, Google Ads und Meta Pixel zu Marketing.

Achte auch darauf, dass die Texte im Banner zu dem passen, was die Tags tun. Wer unter „Statistik“ auch Werbe-Messung versteckt, hat ein inhaltliches Problem, das keine technische Einstellung löst.

Schritt für Schritt: ein Beispiel aus der Praxis

Stell dir einen Handwerksbetrieb vor, dessen WordPress-Seite ein Kontaktformular hat. Gemessen werden soll, wie viele Anfragen über die Seite kommen, und das Tracking soll über den Tag Manager laufen. Complianz ist das Banner, GA4 und später Google Ads hängen im Container. Sinnvoll ist diese Reihenfolge:

  • Bestandsaufnahme: Seitenquelltext öffnen und nach dem Container-Code und nach gtag.js suchen, damit du weißt, was schon eingebaut ist.
  • Entscheiden, dass der Tag Manager die Google-Tags lädt, und Doppelungen aus Theme oder anderen Plugins entfernen.
  • Im Plugin die Einbindung des Tag Managers und den Consent Mode v2 aktivieren. Wie die Optionen in deiner Version heißen, siehst du dort.
  • Im Tag Manager prüfen, dass der Standard „abgelehnt“ gesetzt wird, bevor andere Tags laufen.
  • Die Tags für GA4 und Werbung so konfigurieren, dass sie die passende Einwilligung verlangen.
  • Zum Schluss mit und ohne Zustimmung testen.

Der fünfte Punkt ist der, an dem viele Seiten scheitern: Der Consent Mode ist zwar aktiviert, aber ein einzelner Tag ignoriert die Einwilligung, weil er an anderer Stelle eingebunden wurde. Deshalb gehört die Bestandsaufnahme an den Anfang.

Typische Fehler und woran du sie erkennst

Ein Klassiker ist die doppelte Einbindung. Du erkennst sie an doppelten Seitenaufrufen in GA4 oder daran, dass der Container im Netzwerk-Tab zweimal geladen wird. Ein zweiter Fehler ist ein Standard, der zu spät kommt: Im Vorschaumodus des Tag Managers steht im Reiter „Einwilligung“ dann zuerst ein Tag und erst danach der Standardwert. Ein dritter Fehler sind Kategorien, die nicht zu den Signalen passen. Das zeigt sich, wenn nach „Nur notwendige“ trotzdem Werbe-Tags feuern oder wenn nach „Alle akzeptieren“ GA4 stumm bleibt.

Ein vierter Stolperstein sind Caching- und Optimierungs-Plugins. Sie können Skripte zusammenfassen, verschieben oder verzögern und damit die Reihenfolge ändern, auf die der Consent Mode angewiesen ist. Wenn nach einem Update plötzlich etwas nicht mehr stimmt, lohnt der Blick auf solche Plugins und auf den Cache: Leere ihn und teste erneut, bevor du die Einwilligung selbst verdächtigst.

Auch Besucher, die schon einmal zugestimmt haben, solltest du testen. Öffne die Seite nach einer früheren Zustimmung erneut: Der gespeicherte Status muss zu Beginn an den Tag Manager gemeldet werden, sonst fehlen Treffer bei wiederkehrenden Besuchern.

Nach jeder Änderung testen

Plugin-Updates und geänderte Einstellungen können das Verhalten verschieben. Teste deshalb nach jeder Änderung in einem privaten Fenster: Seite laden ohne Wahl, „Ablehnen“ wählen, in einem neuen Fenster „Alle akzeptieren“ wählen.

Im Vorschaumodus des Tag Managers zeigt der Reiter „Einwilligung“ die Standard- und die aktualisierten Werte. In den Entwicklertools des Browsers siehst du unter „Netzwerk“, welche Anfragen an Google gehen. Ohne Zustimmung dürfen keine Analyse- oder Werbe-Cookies gesetzt werden.

Wenn du das nicht selbst aufsetzen willst: Trackum richtet Tracking mit Consent Mode v2 ein und testet es mit und ohne Einwilligung, live innerhalb eines Werktags.

Wann du es machen lassen solltest

Der Aufbau ist nicht kompliziert, aber fehleranfällig, weil mehrere Systeme zusammenspielen: Plugin, Theme, Cache und Tag Manager. Wenn du nach dem Test nicht sicher sagen kannst, dass ohne Zustimmung nichts an Google geht, ist das ein guter Zeitpunkt, die Einrichtung abzugeben. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung; ob dein Banner inhaltlich ausreicht, klärst du mit jemandem, der Datenschutz berät.

Häufige Fragen

Kann ich Complianz und den Google Tag Manager zusammen nutzen?

Ja, Complianz unterstützt die Einbindung des Tag Managers und den Consent Mode v2. Wichtig ist, dass nur ein System die Google-Dienste einbindet.

Welcher Standard sollte gelten?

„Abgelehnt“, und zwar bevor irgendein anderes Tag läuft. Erst nach der Wahl im Banner wird der Status aktualisiert.

Wie ordne ich Statistik und Marketing zu?

Statistik gehört zu analytics_storage, Marketing zu ad_storage, ad_user_data und ad_personalization. Prüfe die Zuordnung im Vorschaumodus des Tag Managers.

Muss ich nach Änderungen testen?

Ja. Nach Plugin-Updates oder geänderten Einstellungen solltest du Ablehnen und Akzeptieren erneut durchspielen und die Treffer im Browser prüfen.